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Ein breites Wissen und Verstehen von Grundtechniken kann im Aikido nicht hoch genug eingeschätzt werden. Viele Aikidoschulen lehren vorrangig ki no nagare oder “Techniken mit fließendem Ki”. Bei dieser Art
des Trainings werden die Techniken aus der Bewegung ausgeführt. Auf Grundtechniken, bei denen festes Zugreifen erlaubt ist, wird völlig verzichtet. Übungen wie diese sind jedoch nur dann erfolgreich, wenn sich
beide Partner vorher auf die Technik verständigt haben und voll zusammenarbeiten. Werden Schüler, die nur an diese Art abgesprochenen Trainings gewöhnt sind, mit einem starken, nicht
kooperativen Partner konfrontiert, treten Probleme auf. Training von ausschließlich ki-no-nagare-Techniken läßt die Schüler vollkommen unvorbereitet auf die Kraft und Grausamkeit eines richtigen Angriffes
treffen. Die schwachen, ungezielten Angriffe, die für diesen Trainingsstil charakteristisch sind, werden im modernen Aikido üblicherweise praktiziert, jedoch steht diese Übungsform im absoluten Widerspruch zu
den Prinzipien des Kampfes, wie sie vom Begründer gelehrt wurden.
Diejenigen, die sich nicht ausschließlich auf ki no nagare konzentrieren, sondern auch Grundtechniken üben, lernen, mit immer stärkeren Angriffen umzugehen. Um dieses Ziel zu
verwirklichen, muß der Partner fest und entschlossen gegriffen werden. Wenn der Partner sich nicht bewegen kann, muß die Stärke des Angriffes verringert werden, bis er in der Lage ist, die Technik richtig auszuführen.
Die Intensität des Angriffs sollte sich immer nach dem Niveau des Partners richten.Im Grundlagentraining beginnen alle Techniken aus hanmi. Hanmi ist im Aikido eine Dreieckstellung der Füße, bei der der vordere
Fuß nach vorne gerichtet ist und der hintere Fuß senkrecht zum vorderen seitwärts zeigt. Die Fähigkeit, sich schnell drehen
zu können, aber trotzdem stabil zu bleiben und die Hüfte voll drehen zu können, beruht auf hanmi. Die beiden verbreitetesten Positionen sind gyaku1 hanmi und ai2 hanmi
. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig; in den meisten Fällen ist der Erfolg einer Aikidotechnik vom richtigen hanmi abhängig. Im heutigen Aikido-Training werden atemi3
nur unzulänglich geübt. Atemi werden verwendet, um den Angriff eines Gegners abzuschwächen oder zu neutralisieren und eine für die Ausführung der Technik vorteilhafte Situation zu schaffen.
In vielen Situationen ist es praktisch unmöglich, einen starken Gegner ohne atemi so aus dem Gleichgewicht zu bringen,
daß eine Technik effizient durchzuführen ist. Diejenigen, die der Ablenkung dienende Schläge als zu gewalttätig oder dem
Aikido nicht angemessen verurteilen, kennen die Auffassung des Begründers nicht, der im Training stets die Wichtigkeit
solcher Bewegungen betonte. Atemi bilden einen wesentlichen Bestandteil der Grund- und Fortgeschrittentechniken und sollten im Training nicht übergangen werden.
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